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Lexikon Arbeitsrecht

Stichwort: Abmahnung

Mit der Abmahnung formuliert der Arbeitgeber vorwerfbares Verhalten, Rügen sowie die Androhung, dass im Wiederholungsfalle der Arbeitnehmer arbeitsrechtliche Konsequenzen befürchten muss.

Eine Abmahnung enthält

  • die Darstellung des vorwerfbaren Verhaltens bzw. des Verstoßes gegen arbeitsrechtliche Verpflichtungen,
  • eine konkrete Rüge und
  • die Androhung von arbeitsrechtlichen Konsequenzen.

Die Abmahnung wird nach Ausspruch in die Personalakte aufgenommen. Für die Verweildauer in der Personalakte gibt es keine feste Frist, jedoch eine Abschwächung nach etwa 2 Jahren. Der Arbeitnehmer hat die Möglichkeit, die Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte gerichtlich durchzusetzen, wenn sie inhaltlich falsch ist oder den sonstigen rechtlichen Anforderungen nicht entspricht: Sie muss verhältnismäßig sein und so bestimmt, dass der Arbeitnehmer erkennen kann, welches richtige Verhalten von ihm gefordert wird. Der Ausspruch einer Abmahnung unterliegt keiner bestimmten Frist, jedoch kann aus den Umständen und dem Verstreichen einer gewissen Zeitspanne Verwirkung eintreten.

Die Abmahnung kann entgegen weit verbreiteter Meinung zwar mündlich ausgesprochen werden. Eine Schriftform ist nicht erforderlich, aber jedem Arbeitgeber aus Beweisgründen zu empfehlen. Will er nämlich die Kündigungsandrohung wegen eines weiteren Verstoßes wahr machen, muss er ggf. im Kündigungsschutzprozess nachweisen, dass er den Arbeitnehmer im Vorfeld ausreichend gewarnt hat.
 
Petra Braun, Pflüger Rechtsanwälte GmbH

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