News, Dr. René von Wickede
29.02.2016

Jahresurlaub im Jahr des Wechsels von der Aktiv- in die Passivphase der Altersteilzeit

Hessisches LAG, 30.09.2015, Az. 12 Sa 1327/13

In einer aktuellen Entscheidung des Hessischen LAG hat dieses nunmehr bestätigt, dass einem Arbeitnehmer beim Wechsel von der Aktiv- in die Passivphase der Altersteilzeit der volle Jahresurlaub zusteht.

Das Gericht führt dazu aus, dass weder eine Kürzung des Urlaubs gerechtfertigt ist, noch eine „Umrechnung“ aufgrund des Vorliegens von Teilzeit.

Nach Ansicht des Hessischen LAG darf ein teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer gegenüber einem in Vollzeit beschäftigten Arbeitnehmer nur bei Vorliegen eines sachlichen Grundes schlechter gestellt werden. Aus diesem Grund ist ihm Urlaub in demselben Umfang zu gewähren wie einem Vollzeitarbeitnehmer.

Für die Berechnung des Urlaubs ist auf das jeweilige Urlaubsjahr abzustellen, dabei entsteht der Urlaub regelmäßig mit Beginn eines jeden Kalenderjahres in vollem Umfang. Im vorliegenden Fall hatte der Kläger im Jahr 2013 bis Ende Oktober, dem Beginn der Passivphase an fünf Arbeitstagen pro Woche in Vollzeit gearbeitet, entsprechend war ihm vor Beginn der Passivphase der gesamte ungekürzte Jahresurlaub zu gewähren.
 
Mitgeteilt durch  Dr. René von Wickede